Es gibt wohl kaum einen Autofahrer der nicht wenigstens ab und zu ein wenig mehr Dampf aus seinem Motor herausholen würde, wenn er könnte. Es wäre natürlich möglich, nach der Formel 1 Methode ein Motortuning in einer Werkstatt machen zu lassen, was sich aber vom Aufwand und Preis in der Regel nicht lohnt. Es gibt aber eine Möglichkeit, die sich Chiptuning nennt, um dem Fahrzeug mehr Puste einzuhauchen. Beim Chiptuning handelt es sich um eine Leistungssteigerung für die unterschiedlichsten Kraftfahrzeuge. Alle Automotoren sind ab Werk mit einem Steuerparameter im Bereich der elektronischen Motorsteuerung ausgestattet, welcher in der Regel über einen Datensatz auf einem wiederbeschreibbaren Speicherchip gespeichert ist.

Verändert man elektronisch den Chip erfolgt hinsichtlich der Parameter eine Neubestimmung. Diese setzt sich zusammen aus der Einspritzmenge, dem Einspritzzeitpunkt und häufig für jeden Zylinder auch den Zündzeitpunkt. Durch eine derartige Veränderung ist es möglich jeden Motor mit einer elektronischen Motorsteuerung über ein Chiptuning positiv zu verändern. Am meisten lohnt sich das Chiptuning bei Viertakt-Dieselmotoren mit einem Turbolader. Es gibt in diesem Segment Tuningexperten, welche über die Seriendaten eine Leistungssteigerung bis zu 20 Prozent erzielen. Dazu müssen nicht einmal bauliche Veränderungen an dem Fahrzeug vorgenommen werden. Alleine das Ausreizen der Chipkarte reicht für die Leistungssteigerung aus, da jeder Chip über mechanische und thermische Reserven in einem Serienmotor verfügt.

Seriöse Chiptuner geben je nach Typ und Alter des Fahrzeuges eine Garantie von 3 Jahren oder 100,000 Kilometer. Häufig wird aber die erwartete Mehrleistung nicht erreicht. Genau so wenig wird dadurch der Verbrauch verringert, eher steigt der Spritverbrauch noch an. Unseriöse Chiptuner manipulieren die Verbrauchswerte am Bordcomputer und täuschen so einen geringeren Spritverbrauch vor. Durch die erhöhten Abgastemperaturen vom Chiptuning können unter Umständen Schäden am Katalysator, Rußpartikelfilter und Turbolader entstehen. Für einen weiteren Versicherungsschutz muss die Leistungssteigerung in die Zulassung eingetragen werden. Man sollte sich vor der Durchführung des Chiptunings sehr genau beraten lassen und dann zwischen Vorteilen und Nachteilen genau abwägen.