Das Tuning hat Sie eine Menge Geld und Zeit gekostet und es tut Ihnen leid, das liebevoll aufgebaute Fahrzeug zu veräußern. Benötigen Sie ein neues Auto, zum Beispiel weil sich Ihre Familie vergrößert, ist der Verkauf aber häufig die alternativlose Lösung.

Foto: Bärbel Gast / pixelio.de

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Tuning-Auto verkaufen oder Rückbau bevorzugen?

In Liebhaberkreisen kann Ihr getuntes Auto inklusive aller Auf- und Einbauten einen guten Preis erzielen und den Rückbau unnötig machen. Allerdings sollten Sie die Nachteile nicht unterschätzen, denn ein Tuning-Wagen begeistert eine weitaus kleinere Zielgruppe als das gleiche Fahrzeug im originalen Zustand. Hinzu kommt, dass passionierte Tuner lieber selbst basteln und ein bereits fertig aufbereitetes Fahrzeug nicht in Erwägung ziehen. Die hohen Anschaffungspreise der Tuningteile, die Eintragungen bei der Zulassung und der sorgfältige Einbau sind daher nicht unbedingt mit einer Wertsteigerung verbunden, sondern können sich sogar wertmindernd auswirken und den Verkaufspreis senken. Vor allem im optischen Tuning ist eine Wertverlust-Steigerung häufige Begleiterscheinung bei der Veräußerung von Gebrauchtwagen. Anders verhält es sich bei festinstallierten Geräten, die bestenfalls vom Originalhersteller stammen und nicht zum Tuning, sondern zur Nachrüstung zählen. Der Rückbau und Einzelverkauf der Teile ist oftmals effektiver als die Option, Ihr Tuning-Fahrzeug mit allen Auf- und Einbauten zu veräußern.

Möglichkeiten für den Bestpreis bei Tuning-Fahrzeugen

Sie können Tuningteile ausbauen, Ihr Fahrzeug in den Originalzustand versetzen und das Auto sowie die Tuningteile separat im Internet verkaufen. Verfügt Ihr Fahrzeug über eine vollständig unbeschädigte Folierung, können Sie den Verkauf mit Folie versuchen und im Angebot auf die originale Wagenfarbe hinweisen. Viele Käufer wissen die Folierung zu schätzen, zumal sie den originalen Lack schützt und sich problemlos abziehen lässt. Ist Ihr Fahrzeug scheckheftgepflegt und hat eine relativ frische HU, wirkt sich dieser Aspekt positiv auf den Verkaufspreis aus. Wollen Sie auf den Abbau der Tuningteile verzichten und das Auto in dem Zustand verkaufen, in dem Sie es selbst gefahren haben, empfiehlt sich die Käufersuche in Tuning-Foren oder auf speziellen Portalen für Liebhaber individualisierter Autos. Ganz wichtig ist die rechtliche Absicherung, die Sie durch Aushändigung der ABR für alle Begleitschreiben-pflichtigen Teile, sowie den Eintragungen der Zulassungsstelle bei eintragungspflichtigen Tuningteilen erzielen. Zusätzliche Einbauten müssen gesondert im Kaufvertrag Erwähnung finden, selbst wenn es sich nur um einen neuen Schaltknauf oder Scheibenfolien handelt.

Tuning-Wagen nie in Zahlung geben

Beim Kauf eines Neuwagens vom Händler ist es gängige Praxis, dass Sie Ihren Gebrauchten in Zahlung geben und ihn zum Beispiel als Anzahlung einer Finanzierung nutzen. Im Kontext zu getunten Autos ist diese Methode eher weniger geeignet, da der vom Händler gezahlte Wert in keinem Fall dem realen Marktwert des Autos entspricht und immer weit unter dem bei Privatverkauf zu erzielenden Preis liegt. Ziehen Sie eine Inzahlungnahme in Erwägung, sollten Sie alle nachträglich eingebauten und angebauten Teile generell entfernen und das Fahrzeug im Originalzustand zum Händler bringen. Die Tuningteile verkaufen Sie einzeln oder als Set im Internet und haben so die Möglichkeit, wirklich gute Preise zu erzielen. Wer bereits beim Tuning über einen späteren Weiterverkauf nachgedacht und die ersetzten originalen Fahrzeugteile aufbewahrt hat, sollte sich für die Umrüstung auf Originalzustand berufen und das Auto, sowie die Tuningteile einzeln veräußern.