Sie haben die Serienoptik der meisten Fahrzeuge satt? Tuning bringt Abhilfe und Sie können das Fahrzeug nach Ihren Wünschen gestalten. Was ist in Bezug auf die Versicherung zu beachten?

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

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Wie ist Tuning gesetzlich geregelt?

StVZO §19 Absatz 2 und 3
Die Betriebserlaubnis wird ungültig, wenn:

  • die genehmigte Fahrzeugart geändert wird (wie im Fahrzeugbrief festgehalten)
  • die Anbauten verkehrsgefährdend sind oder
  • die Geräuschkulisse und Abgaswerte verschlechtert werden

Die Betriebserlaubnis erlischt nicht, wenn:

  • eine Bauartgenehmigung haben nach § 22 und 22a
  • bei Genehmigung des Umbaus nach § 20 und 21
  • die Tuningteile ein Teilegutachten haben
  • die Teile gemäß des Gutachtens verbaut und genutzt werden
  • die Teile zeitnah von einem Kraftfahrzeugsachverständigen abgenommen werden

Veränderungen am Fahrzeug können rein optischen Ursprungs sein, wie zum Beispiel der Wechsel der Stoßstangen oder der Schweller. Leistungssteigernde Umbauten betreffen ausschließlich den Motor und beinhalten Modifikationen am Luftfilter oder das Nachrüsten eines Turbos. Seien Sie sich bewusst, dass jede Art des Umbaus genehmigt werden, und straßenverkehrsrechtlich einwandfrei sein muss.

Was müssen Sie nach einem Umbau beachten?

Tuningmaßnahmen sind generell zu melden. Hierbei müssen Sie beachten, dass dies nicht nur bei einem Sachverständigen passieren soll, um den Umbau eintragen zu lassen, sondern auch bei Ihrer Versicherung. Hier sind alle Veränderungen bekannt zu geben und gegebenenfalls, müssen im Vertrag zusätzliche Paragrafen eingearbeitet werden, um teurere Teile oder Umbauten, die nicht automatisch im normalen Vertrag enthalten sind, ordentlich abzusichern.
Hierbei müssen Sie beachten, dass teurere Prämien auf Sie zukommen könnten. Dies variiert je nach Veränderung, die Sie an Ihrem Fahrzeug vorgenommen haben. Das kann sich ebenfalls darauf beziehen, dass eine höhere Gefährdung im Verkehr besteht, obwohl ein Gutachten vorliegt und alles genehmigt ist.

Was können Sie im Schadensfall geltend machen und was passiert, wenn die Versicherung nichts vom Umbau weiß?

Auf jeden Fall alles, was noch im Originalzustand ist. Hier bleibt die rechtliche Lage wie gehabt. Bei Anbauteilen kann dies unterschiedlich geregelt sein. Grundsätzlich gilt, dass nur Teile ersetzt werden, die in der Versicherung hinterlegt sind und die verkehrsrechtlich einwandfrei sind und Gutachten besitzen.
Ist die Versicherung nicht ausreichend informiert zu verschiedenen Änderungen, kann es passieren, dass der Versicherungsnehmer, bei einer hohen Gefährdung, seinen Schaden selbst bezahlen muss. Sollte im Nachhinein festgestellt werden, dass das nicht gemeldete Tuning Auslöser für den Unfall war, kann es passieren, dass Sie auf den gesamten Kosten sitzen bleiben.

Fazit

Informieren Sie sich grundsätzlich über die Rechtmäßigkeit der Teile, die Sie verbauen wollen. Achten Sie darauf, dass die Teile Gutachten besitzen, die in der EU gültig sind. Kommen Sie Ihrer Melde- und Eintragepflicht bei den zuständigen Institutionen nach. Am Ende können, bei unsachgemäßer Verarbeitung, auch Sie unfallgefährdet sein.
Fragen Sie vor dem Umbau nach eventuell steigenden Prämien bei der Versicherung nach, nicht dass Sie eine teure Überraschung erleben.

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